In Zeiten steigender Energiepreise und eines wachsenden Bewusstseins für Nachhaltigkeit suchen immer mehr Hausbesitzer nach innovativen Wegen, um ungenutzte Flächen für die Stromerzeugung zu erschließen.
Während Photovoltaikanlagen auf dem Hausdach längst zum gewohnten Anblick gehören, rückt nun eine neue Form der Energiegewinnung in den Fokus: der Solarzaun. Dieses Trendkonzept verbindet die klassische Funktion einer Grundstücksbegrenzung mit der Technologie moderner Solarmodule.
Ein Solarzaun ist weit mehr als eine rein ästhetische Abgrenzung, er ist ein vertikales Kraftwerk, das einen wertvollen Beitrag zur Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz leistet und gleichzeitig Privatsphäre bietet.
Die Funktionsweise und der energetische Nutzen
Das Prinzip hinter einem Solarzaun ist so einfach wie genial. Anstelle von Holzlatten oder Metallgittern werden robuste Photovoltaikmodule zwischen die Zaunpfosten montiert. Besonders effizient erweist sich hierbei der Einsatz sogenannter bifazialer Module, die Sonnenlicht sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite aufnehmen können.
Da ein Zaun in der Regel senkrecht steht, weicht der Ertragswinkel von der klassischen Aufdachanlage ab. Doch genau darin liegt ein entscheidender Vorteil. Während Dachanlagen ihre Leistungsspitze meist zur Mittagszeit erreichen, liefern Solarzäune bei einer Ost West Ausrichtung vor allem am frühen Morgen und am späten Nachmittag beachtliche Mengen an Strom.
Da dies oft die Zeiten sind, in denen der Energiebedarf im Haushalt durch Kochen oder Waschen am höchsten ist, lässt sich der Eigenverbrauchsanteil ohne teure Batteriespeicher merklich steigern. Zudem punkten die vertikalen Module im Winter, da sie tiefstehendes Sonnenlicht besser einfangen können und nicht von einer Schneeschicht verdeckt werden.
Praktischer Mehrwert und gestalterische Freiheit
Ein Solarzaun überzeugt jedoch nicht nur durch seine technischen Werte, sondern übernimmt alle Aufgaben einer modernen Einfriedung. Er ist von Natur aus blickdicht und bietet somit einen exzellenten Sichtschutz, der Garten und Terrasse vor neugierigen Blicken schützt.
Viele Systeme sind zudem so konzipiert, dass sie eine schalldämmende Wirkung entfalten und somit als effektiver Lärmschutz gegen Straßenlärm fungieren. Optisch haben sich die Systeme stark weiterentwickelt. Moderne rahmenlose Module in dezentem Schwarz oder Anthrazit wirken sehr hochwertig und lassen sich nahtlos in zeitgenössische Architekturkonzepte integrieren.
Wer bereits einen stabilen Zaun besitzt, kann in vielen Fällen sogar nachrüsten, indem spezielle Halterungen für Solarpaneele an bestehenden Pfosten montiert werden. Die Pflege gestaltet sich dabei denkbar einfach, da Regen die senkrechten Flächen meist von selbst sauber hält und sich Staub kaum festsetzen kann. Auch spannend: Ökostrom – Vor allem bei jungen Menschen beliebt?
Wirtschaftlichkeit und rechtliche Rahmenbedingungen
Die Entscheidung für einen Solarzaun ist meist eine langfristige Investition in den Immobilienwert. Zwar liegen die Anschaffungskosten deutlich über denen eines gewöhnlichen Zauns, doch amortisiert sich das System über die Jahre durch die eingesparten Stromkosten.
In Deutschland profitieren Besitzer zudem von der Mehrwertsteuerbefreiung für Photovoltaikkomponenten, was die Wirtschaftlichkeit weiter erhöht. Bevor das Projekt startet, sollte jedoch ein Blick in die lokale Bauordnung geworfen werden. In vielen Bundesländern sind Zäune bis zu einer Höhe von etwa 1,80 Metern genehmigungsfrei, doch da es sich um eine bauliche Anlage zur Energiegewinnung handelt, können regionale Bebauungspläne spezifische Vorgaben machen. Lesetipp: LiFePO4-Akkus: Eine grüne Revolution für Ihre Wohnungseinrichtung
Eine kurze Rücksprache mit dem zuständigen Bauamt schafft hier schnell Klarheit. Wer den Solarzaun fachgerecht von einem Elektriker anschließen lässt, sichert sich zudem die Möglichkeit, überschüssigen Strom gegen eine Vergütung ins öffentliche Netz einzuspeisen. So wird die Grenze des eigenen Grundstücks zum aktiven Baustein der persönlichen Energiewende.
